Beelitz Heilstätten

Im Jahr 1998 wurde eine halbe Stunde süd-westlich von Berlin der Grundstein für einen der größten deutschen Krankenhauskomplexe gelegt. Die Beelitz Heilstätten im gleichnamigen Gemeindeteil der Stadt Beelitz. Errichtet wurde das 200 ha große und aus 60 Gebäuden bestehende Gelände in insgesamt 3 Bauphasen zwischen 1898 und 1902, 1908 und 1910 und schließlich 1926 und 1930. Während des 1. Weltkrieges wurden hier in 4 Jahren 17.500 Verwundete versorgt und während des 2. Weltkrieges, nach Abschluss der letzten Bauphase wurde eine max. Kapazität von 3000 Verwundeten gleichzeitig erreicht. In Friedenszeiten befanden sich nördlich der Bahnlinie die Lungenheilstätten und südlich die Sanatorien zur Behandlung nicht ansteckender Krankheiten. Nach dem Untergang des dritten Reiches fiel das Gelände an die Sowjetunion und war bis 1994 Ihr größtes ausländisches Militärhospital. Ab dann ging es trotz umfangreichen Sanierungen bergab. Als 2001 die Eigentümergesellschaft insolvent ging, wurde der Betrieb inklusive der Sanierung der Denkmalsubstanz komplett eingestellt, seitdem verfällt der größte Teil der Anlage.

Zweifelhafte Berühmtheit erlangten die Beelitz Heilstätten durch den Doppelmord des Serienmörders Wolfgang Schmidt 1991 und durch den Mord an einem Fotomodell 2008. 2011 erhängte sich ein Obdachloser in einem der Gebäude.

Heute sind die noch nicht wieder in Nutzung befindlichen Teile der Beelitz Heilstätten öffentlich zugänglich auf eingezäunten Wanderwegen. 2015 wurde hier der erste Baumkronenpfad in Brandenburg eröffnet.

Auch wenn dieser Ort durch die touristische Erschließung nicht mehr ganz verlassen ist, so geht von Ihm immer noch eine besondere zeitlose Atmosphäre aus.


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